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INTERVIEWFRAGEN


  • Wie reagierten Familie und Freunde auf diese Idee?
  • Erster Eindruck? Flughafen, Fahrt in die Schule und so...
  • Was habt ihr vom Land kennen gelernt? Irgendwohin gereist?
  • Wie charakterisiert ihr die Peruaner? Was ist „typisch“ peruanisch?
  • Könntet ihr hier leben?
  • Schule: etwas Positives / Negatives
  • Was vermisst ihr aus der CH?
  • Welche Eigenschaften sollten die Peruaner von den CH übernehmen – und umgekehrt?
  • Lima gilt nicht gerade als ungefährlich. Habt ihr diesbezügliche Erfahrungen gemacht?
  • Werdet ihr euren Klassenkameraden einen solchen „Schüleraustausch“ empfehlen? Warum ja / nein?

 

BESUCH AUS DER SCHWEIZ


Jede Schweizerschule im Ausland hat einen Patronatskanton. In unserem Fall ist es der Kanton Thurgau. Neben finanzieller Unterstützung gibt es Inspektorenbesuche und dieses Jahr erstmals einen Schüleraustausch.

Im April hatte unsere Schule Besuch: Alexandra Zeiler (18), Ines Wenger (16), Irina Schubert (17), Jessica Roberts (16), und Hannah Bächi (17), 5 Mädchen aus dem Kanton Thurgau, gingen während eines Monats bei uns in die Schule. Sie belegen an den Kantonsschulen Romanshorn und Kreuzlingen das Fach Spanisch und ergriffen die Gelegenheit, diese Sprache vor Ort zu erfahren. Ich unterhielt mich mit den Jugendlichen und wollte wissen, wie sie die Zeit bei uns erlebt haben.

Alle erklärten, der Austausch sei ein Erfolg gewesen und sie würden jederzeit wieder hierher kommen. Familie und Freunde hätten sie in ihren Plänen unterstützt und auch ein wenig beneidet. Alexandra schätzt die „Erfahrungen, die einen vielleicht sogar verändern“. Jessica sieht das gewachsene Selbstvertrauen als sehr positiv an.

Bei Familien untergebracht

Die Mädchen wohnten bei Schülereltern. Täglich kamen sie in die Schule. Obwohl sie anfangs einige Mühe mit der Sprache hatten integrierten sie sich schnell und schlossen Freundschaften – vielleicht sogar bleibende. An den Wochenenden lernten sie die Stadt kennen und der Schuldirektor organisierte einen Ausflug zu den berühmten Linien Nazcas. Hannah fiel auf, dass man in Lima selten, sehr selten zu Fuss unterwegs ist. „Die Aussicht auf Lima vom Auto aus“ ist einer ihrer stärksten Eindrücke... Ich bat die Mädchen, die Peruaner zu charakterisieren. Neben erwarteten Antworten wie „gastfreundlich, offen, kontaktfreudig“ fanden die 5 Damen u.a. folgende Merkmale:

Peruaner essen schnell, sind ängstlich, übervorsichtig, haben einen grossen TV-Konsum, haben Entscheidungsschwierigkeiten, nehmen Zeitangaben nicht ernst und sie geniessen das Wochenende intensiv. Der Machismo wurde auch genannt und Ines störte ein wenig, dass sie „einen nie allein auf die Strasse lassen wollen.“ Ausser Alexandra könnte sich keines der Mädchen vorstellen, für längere Zeit hier zu leben. Am meisten stört die fehlende Freiheit. Allein unterwegs sein ist in Lima nicht überall und immer ratsam. Es ist klar, dass die Gastgeberfamilien ihre Besucherinnen besonders behüteten und keinen Risiken aussetzen wollten. Irina störte zudem, dass man das Wasser nicht aus dem Hahn trinken kann. Ich habe die Antworten der Mädchen genossen. Sie sagen so vieles aus, das ich zu Beginn meiner Lima-Zeit ebenfalls empfand. Natürlich interessierte mich sehr, wie sie unsere Schule erfuhren.

Schulgedanken

positiv negativ
   
Stundenplan: Man ist früher zu Hause als in der CH Kurze Mittagspause (30 Minuten)
Herzliche Beziehung Lehrpersonen – Schüler Fächervielfalt sollte grösser sein
Lockere, angenehme Atmosphäre Strafpunkte, die verteilt werden
Es wird viel gelernt Es wird viel gelernt

Ich fragte die Mädchen, welche Eigenschaften die Peruaner von den CH übernehmen sollten und umgekehrt. Stellvertretend für alle Irinas Antwort: „Keine! Sonst wären ja alle Menschen gleich und das wäre mehr als langweilig.“ Reifer Gedanke, finde ich.

Was vermisst wurde:

Ich danke Alexandra, Ines, Irina, Jessica und Hannah herzlich für ihre Antworten und freue mich für sie, dass sie jetzt wieder all die Dinge geniessen können, die sie hier vermisst haben und die da sind:

Knuspriges Brot, Schokolade, See, Käse, Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Zugfahren, Robidog-Säckli, reine Luft, Familie und Freunde. Alles Gute und behaltet Peru, Lima und das Colegio Pestalozzi in guter Erinnerung. Und falls sich einige länger haltende Freundschaften aus dem Besuch entwickeln – umso besser.

Otto Imsand